Sicherer Umgang mit Smartphones

So lernen Kinder den sicheren Umgang mit Smartphones


Der Kindermedien-Experte Thomas Feibel verrät wie Kinder den sicheren Umgang mit Smartphones lernen. Was sind die größten Gefahren? Was muss beachtet werden?


Smartphones werden oft als Alleskönner angesehen – viele übersehen dabei, dass diese Geräte viel mehr als ein herkömmliches Telefon sind. Was sind die größten Gefahren?

Thomas Feibel: „Kein Zweifel, Smartphones sind die neuen Handys. Der größte Unterschied ist jedoch, dass Kinder mit Smartphones nicht nur das Internet, sondern vor allem einen Shop in der Hosentasche haben. Kostenlose und kostenpflichtige Apps und ihre ständige Verfügbarkeit gewöhnt sie früh an ein hürdenloses Bezahlsystem.“

Durch das Smartphone ist das Internet zum ständigen Wegbegleiter geworden, oft wird sogar von Suchtverhalten gesprochen. Gibt es Ihrer Meinung nach einen idealen Umgang mit dem Smartphone? Welche Rolle spielen neue Medien in Ihrem Leben?

Thomas Feibel: „Das lässt sich schwer trennen. Smartphones sind ja heute auch Armbanduhr, Mailsystem, Kalender, Adressbuch, Internetzugang, Fotoapparat, Musikbox, Kino, Wetterstation, Navigationssystem, Blutdruckmesser und Spielgerät. Ich gebe gerne zu, dass ich auch privat große Freude daran habe. Aber oft wird es mir zu viel. Und dann übe ich mich in dem, was ich anderen Eltern rate: Seine Kinder im richtigen Umgang zu erziehen, heißt immer auch, sich selbst zu erziehen.“

Handelt man Ihrer Meinung nach verantwortungslos, wenn man Smartphones ohne jegliche Anleitung oder Regeln an Kinder und Jugendliche verschenkt?

Thomas Feibel: „Ja! Was hätten Sie denn damals gemacht, wenn Sie mit zehn Jahren ein Smartphone bekommen hätten? Vermutlich dieses nie wieder aus der Hand gelegt... Kinder haben eine Neigung zum Exzessiven, das ist auch ein Kennzeichen ihrer Begeisterungsfähigkeit. Darum sind Regeln gut. Vor allem, wenn wir sie mit ihnen zusammen und nicht gegen sie erstellen.“

Ursprünglich sollte das Internet dem Austausch und der Beschaffung von Informationen dienen. Aber kann man dem Internet noch trauen?

Thomas Feibel: „Viele Denker und Wissenschaftler befürchten, dass wir durch die Dauerüberwachung und Spionage unsere Unbefangenheit verlieren. In der Tat sehe auch ich darin eine große Gefahr, ohne eine konkrete Lösung zu kennen. Zurück zur Steintafel will keiner. Wir brauchen eine Neujustierung und einen Schutz unserer Privatsphäre. Privatsphäre ist ein sehr wichtiger Wert, den wir unseren Kindern stärker denn je vermitteln müssen. Vermutlich findet diese momentan nur noch zu Hause statt, in der Familie. Also dort, wo wir so sein können, wie wir wirklich sind. Das müssen wir uns bewahren.“

Wie kommt es, dass die Aufklärung in Sachen Internet, digitalen Medien und Datensicherheit zu einem Ihrer zentralen Themen geworden ist?

Thomas Feibel: „Kinder kommen bekanntlich schneller mit neuen Techniken zurecht als Erwachsene. Doch das ist nur eine Seite der Medaille. Oft können sie die Folgen ihres Handelns nicht einschätzen und einordnen. Eine hohe Bedienkompetenz ist noch lange keine Medienkompetenz. Wenn Kinder mit neuen Medien umgehen, dann bitte auch besonders sicher.“


Thomas Feibel


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